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Ich über mich
Mich interessieren Objekte und Situationen, die sich nicht eindeutig erklären, sondern komplexe Assoziationen und Gedankensprünge thematisieren. Sie eröffnen Momente in denen etwas Ungewöhnliches, etwas Unbekanntes stattfindet. Was zählt ist die Beziehung zwischen einem Objekt und seinem Umfeld, ein flüchtiges Aufscheinen von Bedeutung, die durch nichts gesichert ist als die momentane Situation. Die vielfältige Bandbreite von Erklärungsansätzen, die der Betrachter durchspielen kann, kann ihm die enorme Kreativität und Willensfreiheit seiner kognitiven Konstruktionsfähigkeit bewusst machen.
In meinen Bildern tauchen Figuren auf, die stellvertretend für das handelnde Subjekt stehen. Die handelnde Figur kombiniere ich mit Worten, die das Denken repräsentieren. Ich lasse das Bild die Hoheit über das Wort gewinnen, indem ich die schriftlichen Gedanken in Bildform vorführe. Die Schrift bleibt als Wort lesbar, ist jedoch gleichzeitig Bild. So werden Lesen und Betrachten eins. Dabei werden beide Gehirnhälften angesprochen und logisches und intuitives Denken verbinden sich zu einem simultanen Wahrnehmungsprozess. Der Text in den Bildern führt vor, wie die Grenzen zwischen Bild und Text mehr und mehr verschwimmen. Mit dieser Grenzaufweichung geht ein verändertes Konzept der visuellen Wahrnehmung einher.
So hoffe ich an die Grenze zu gelangen zwischen Sagbarem und Unsagbarem, Zwischen Denkbarem und Undenkbarem. Dieser Ort ist die Grenze der Sprache und genau dort liegt ihr schöpferisches Potential. Wird dieses innovative Potential in unserem täglichen Sprachgebrauch, unserem täglichen Tun überall verankert, kann eine Neubeschreibung von Wirklichkeit gelingen.
Christiane ten Hoevel __________________________________________________________________________________
Christiane ten Hoevels' Arbeit – Themen, wie Gestaltung und Präsentation - sehe ich als eine zeitgemäße Untersuchung des ästhetischen Handlungsbegriffes mit künstlerischen Mitteln. In ihren Objektenwürfen, die sie in Zeichnungen auf Papier und auf der Wand vorstellt, bietet sie dem Rezipienten reale oder vorgestellte Handlungsmöglichkeiten, die sein Tun reflektieren lassen. Ein solcher Moment der Irritation, des Innehaltens kann etwas bewegen, den Rezipienten zu bewußtem oder verändertem Handeln veranlassen.
Sowohl mit den oft absurden oder ironischen, an die Welt der Gebrauchsgegenständen angelehnten Objektenwürfen, als auch mit den ästhetischen Handlungsanweisungen erweitert sie auf spielerisch erfrischende, oft humorvolle Weise die Handlungsspielräume, die wir oft als beschränkt und nicht eigenständig entschieden erleben.
Ihr Medium ist die Zeichnung, die sie in ihrer Formulierungsfähigkeit präzise einsetzt und ständig weiterentwickelt. Dabei verbindet sie in klaren, farbenfrohen Ausdrucks-formen die Beherrschung traditioneller Zeichentechniken mit dem Einsatz des Computers als hilfreichem Werkzeug. Mit der Offenheit des medialen Einsatzes und der gleichzeitigen Treue gegenüber der Zeichnung eröffnet sie dem Medium Zeichnung ein vielversprechend erweitertes Entwicklungsfeld. Wie in der großen Tradition der Zeichnung, wird diese wieder vom bloßen Selbstzweck auch zu einem Mittel, das hier eine ästhetischen Transformation veranlassen kann.
Sowohl inhaltlich als auch formal halte ich diesen Arbeitsansatz für klug: den Betrachter scheinbar lässig zu involvieren, ihm spielerisch eine Haltung zu spiegeln und Alternativen anzubieten.
Ich empfinde ihre Arbeit als individuellen, eigenständigen Beitrag in der gegenwärtigen Kunstdiskussion.
Prof. Dr. Gabriele Oberreuter, 2007
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Forschungsexpose
In meiner künstlerischen Tätigkeit erlebe ich die Entfaltung metasprachlichen Wissens, das nicht diskursiv hergeleitet werden kann. Es ist an das Tätigsein gebunden und existiert häufig nur im Moment des Tuns. Mit dem Bewußtwerden dieses Phänomens wächst das Bedürfnis, den Zusammenhang von künstlerischem Tun und Wissensbildung nicht nur zu erfahren, sondern – soweit das möglich ist - auch verstehende Worte dafür zu finden, darüber reflektieren zu können.Zugänge sollten sich öffnen lassen für eine „Wissensgenerierung“, die im künstlerischen Tun steckt. Damit ist die Hoffnung verbunden, dieses Wissen bewusster in künstlerische Arbeiten einbinden zu können und in der künstlerischen Lehre fruchtbar einsetzen zu können.
Hierzu möchte ich eine praktisch-theoretische Arbeit machen, für die ich noch einen geeigneten Forschungsrahmen suche.
Wenn Sie mehr erfahren darüber wollen, schicken Sie mir bitte eine mail
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